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04.12.2003 in stimme.de
Vor der großen Sintflut Er als Schiffsbauer will für einen Bauherren arbeiten, der Hunderte von Helfern für ein großes Bauprojekt beschäftigt. Re Jana hingegen arrangiert sich schnell, sie hat "eine Begabung für Wasser" und das ist, was in diesen Zeiten zählt: Frauen, die gutes Wasser herbeischaffen können. So lernt sie Ham kennen, einen der drei Söhne des Bauherren. Von ihm erfährt sie, aus welchem Grund die vielen Menschen an einem riesigen Schiff arbeiten. Der Unnennbare, der Gott des Bauherren, hat diesen Auftrag erteilt, um ein paar wenige Auserwählte zu retten. Spätestens jetzt weiß der Leser Bescheid: Die niederländische Autorin Anne Provoost hat ihrem Roman die biblische Begebenheit der Sintflut zugrunde gelegt. Wem das gewagt erscheint, der sollte unbedingt weiterlesen. In einer dichten, spannenden Erzählatmosphäre entwickelt sich die Liebesbeziehung zwischen Re Jana und Ham, dem eigentlich eine andere Frau zugedacht ist. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für den Bau der Arche. Bewusst vermeidet Anne Provoost alle Begriffe, die zu sehr mit dem biblischen Original verknüpft sind. So ist Noah stets nur "der Bauherr". Seine von Gott erhaltenen Anweisungen sind es, die Re Jana zutiefst erschüttern: Auf dem Schiff ist nur Platz für Noah und seine Familie. Anne Provoost schildert mit kraftvoller Sprache und künstlerischer Freiheit eine Geschichte, die in ihrer Unvorstellbarkeit greifbar wird. Ein echtes Leseerlebnis, das in den Niederlanden preisgekrönt wurde.
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